Eilaktionen - in rund einem Drittel aller Fälle erfolgreich.
Zum Beispiel für Rebiya Kadeer: Die Geschäftsfrau und Menschenrechtsverteidigerin aus China war fünfeinhalb Jahre als gewaltlose politische Gefangene inhaftiert, bis sie Dank des Einsatzes vieler engagierter Menschen freigelassen wurde.
Auch Sie können mitmachen! http://www.amnesty.de/ua
Eilaktionen retten Menschenleben
Tagtäglich erfährt Amnesty von willkürlichen Festnahmen, Morddrohungen, "Verschwindenlassen", drohenden Folterungen oder Hinrichtungen. Mit den Eilaktionen, den so genannten "Urgent Actions" (UAs), setzt sich Amnesty weltweit schnell und effektiv für bedrohte Menschen ein.
9:00 Uhr
Beim UA-Team in der Londoner Amnesty-Zentrale sind bereits mehrere neue Meldungen von den KollegInnen aus den Länderteams eingegangen: In Sri Lanka sind drei Menschenrechtsverteidiger "verschwunden", in den USA droht die nächste Hinrichtung und in Tunesien wurde eine Journalistin festgenommen, weil sie sich für die Meinungsfreiheit in ihrem Land engagiert hat. Sie ist in Gefahr gefoltert zu werden.
9:30 Uhr
Das UA-Team verarbeitet die Informationen zu den in Sri Lanka "verschwundenen" Menschenrechtlern zu einer Eilaktion. Neben der Fallschilderung enthält die Eilaktion Formulierungsvorschläge für Appelle an die Polizeibehörden des Landes und den neuen Präsidenten. Die Polizei soll aufgefordert werden, zu klären, wohin die Männer nach ihrer Festnahme gebracht wurden, und in den Schreiben an den Präsidenten soll dieser an seine Verpflichtung erinnert werden, auch in einer prekären Sicherheitslage die Menschenrechte einzuhalten und willkürliche Festnahmen zu unterbinden.
11:00 Uhr
In Rücksprache mit dem Sri-Lanka-Team werden die korrekte Postanschrift, Faxnummern und eine aktuelle E-Mail-Anschrift ermittelt; für den Polizeichef liegt nur eine Faxnummer vor.
11:30 Uhr
Die zweiseitige Eilaktion ist fertig und wird an 85 Amnesty-Büros weltweit verschickt. Während in den Niederlanden die ersten Appelle auf Englisch an die Behörden in Sri Lanka verschickt werden, wird im Bonner Amnesty-Büro zunächst eine deutsche Übersetzung der Eilaktion erstellt.
12:00 Uhr
In Japan ist es schon Abend, aber die Mitarbeiter der dortigen Amnesty-Sektion bringen noch schnell einige E-Mail-Appelle nach Sri Lanka auf den Weg. Dann können sie beruhigt nach Hause gehen, denn sie wissen, dass die Kollegen in Brasilien gleich aufstehen werden, um sich ebenfalls für die "Verschwundenen" in Sri Lanka einzusetzen.
13:30 Uhr
In London wird gerade an den Eilaktionen zu Tunesien und den USA gearbeitet, als die Meldung eingeht, dass der Oberste Gerichtshof der USA einen Hinrichtungsaufschub für den betroffenen Todeskandidaten verfügt hat. Die USA-Eilaktion kann somit gestoppt werden, aber die Journalistin in Tunesien braucht weiterhin Hilfe, und ihr Fall geht zwei Stunden später als Eilaktion in den Amnesty-Büros ein.
15:30 Uhr
Während in Frankreich die französische Version der Tunesien-UA verfasst wird, geht in Bonn bereits die deutsche Version der Sri-Lanka-UA an die Appellschreiber.
16:30 Uhr
Die ersten Faxe und E-Mails treffen in Sri Lanka ein. Dort ist zwar jetzt schon Nacht, aber am nächsten Morgen wird sowohl in der Polizeizentrale als auch im Präsidentenpalast das Faxpapier ausgehen. Allein in Deutschland beteiligen sich rund 10.000 Menschen regelmäßig an den Eilaktionen, weltweit sind es fast 80.000.
17:00 Uhr
Die Eilaktionen zu Tunesien und Sri Lanka werden auf die Internetseiten zahlreicher Amnesty-Sektionen weltweit gestellt und erreichen damit einen noch größeren Kreis von Appellschreibern.
18:00 Uhr
Das UA-Team muss noch schnell den Text einer Guatemala-UA verfassen. Dort hat eine Rechtsanwältin Morddrohungen erhalten, weil sie sich für Straßenkinder einsetzt. Erhält sie nicht umgehend Polizeischutz, könnte sie ermordet werden, wie viele ihrer KollegInnen. Auch hier kann das schnelle Eingreifen der vielen Teilnehmer am Eilaktionsnetz ein Leben retten, und deshalb muss die UA auch noch heute an das weltweite Netz weitergeleitet werden.
19:30 Uhr
Wenn das Londoner UA-Team nach einem langen Arbeitstag Feierabend hat, sitzen die Appellschreiber in den USA, Kanada und Mexiko schon wieder an ihren Computern und schreiben E-Mails nach Tunesien, Sri Lanka und Guatemala.